Die letzten Tage im Regenwald

03Mai2020

Viel zu spät aber der Vollständigkeit halber poste ich nun den letzten Bericht unser diesjährigen Reise.

Wir sind mittlerweile seit 5 Wochen wieder in Deutschland. Unsere Reise ging für uns leider viel zu früh zu Ende (vor allem für Eva, die bis Ende Juni durch Südamerika reisen wollte). Wie der Großteil aller Reisenden mussten auch wir aufgrund der Coronakrise nach Deutschland zurückkehren.

 

Nach dem Aufenthalt an der Küste Ecuadors sind wir wieder in den Amazonasregenwald im Osten Ecuadors nach SachaYacu zurückgekehrt. Neben uns waren 4 weitere Freiwillige dort, mit denen wir uns täglich um das Wohlbefinden der Affen und Vögel kümmerten. Nachmittags haben wir häufig den Pool erweitert - in der prallen Sonne schaufelten wir den lehmigen Boden. Bei Nachtwanderungen konnten wir die wunderschöne Biodiversität des Regenwaldes bewundern.

Am Wochenende ging es gemeinsam mit einheimischen Freunden nach Puyo. Wir verbrachten den Tag am Paseo turistico - einem Spazierweg entlang eines Flusses am Rande Puyos, wo der Regenwald beginnt. Bei starkem Sonnenschein und nahezu wolkenlosem Himmel kühlten wir uns im Fluss ab. Am darauffolgenden Tag gingen wir in ein Internetcafé - wir hatten eine Woche lang kein Internet - und erfuhren von unseren Eltern, dass sich das Coronavirus nun auch in Ecuador rasant ausbreitet und schon bald die letzten Flüge nach Deutschland starten. 2 Tage später wurden alle Provinzgrenzen sowie der Flughafen geschlossen. Busse und Taxis fuhren auch keine mehr. Es wurde eine landesweite Quarantäne verhängt. Nur eine Person pro Familie darf zwischen 5 Uhr morgens und 12 Uhr mittags das Haus verlassen; jedoch nur zum Einkaufen. Glücklicherweise befanden wir uns im Regenwald, wo die Quarantäne das Leben kaum beeinflusst. Hier darf man natürlich die Holzhütten verlassen, da hier jediglich ein paar Kichwa-Indigene leben.

Letzendlich hatten wir noch 2,5 Wochen in Ecuador, bevor wir einen Platz in der letzten nach Deutschland fliegende Maschine erhielten.

 

Den letzten Sonntag, den wir in Ecuador verbringen konnten, verbrachten wir mit einigen Einheimischen im Regenwald Richtung Arajuno. Um 6 Uhr ging es los und wir fuhren eine Stunde hinten auf dem Pickup auf einer Schotterstraße noch tiefer in den Regenwald zu einem Fluss. Mit dabei waren 9 Einheimische, alles Kichwa-Indigene. Mit einer Machete schlugen wir uns durch den Wald. Die Ecuadorianer fällten 2 Bäume, die benötigen werden, um ein Haus zu bauen. Während der Baum in Bretter gesägt wurde, schwammen wir im Fluss. Nach dem Mittagessen - Yukka und (für die anderen) Suppe mit Rind - fuhren wir zu einer Community, wo bis in die Dunkelheit Fußball gespielt und Puropuyo getrunken wurde.

4 Tage später mussten wie schweren Herzens den Regenwald verlassen und sind mit einem Taxi für 250$ nach Quito durch das Gebirge innerhalb von 4h (ein Bus braucht 7h) gerast. Von Puyo aus ist kein einziges Taxi gefahren, es musste extra eins von Quito anreisen. Das Taxi hat der Koordinator SachaYacus nach stundenlanger Suche gefunden und organisiert. Unsere Mutter hat sich wochenlang um Flugticket und Passierschein gekümmert. Wir haben 5 Provinzgrenzen überschritten, die nur ausgewählte Personen mit speziellen Papieren überschreiten dürfen. Wir hatten Sitzplätze in einer von der Bundesrepublik gecharterer Maschine bekommen, welche die letzten Deutschen nach Deutschland bringen sollte.

Wir sind traurig darüber, unsere Reise so früh haben abbrechen zu müssen und nicht, wie ursprünglich geplant, durch Peru haben reisen zu können. Zugleich sind wir dankbar, 7 Wochen im wunderschönen Ecuador mit liebenswerten Menschen haben verbringen können. Nächstes Jahr möchten wir unsere Reise erneut antreten und fortsetzen.

Die Küste Ecuadors - Isla de la Plata

01April2020

Hier nun der Nachtrag zum 24.02. ...

Nach einer 13-stündigen Busfahrt sind wir an der Küste in Montañita, eine Surfer- und Partystadt,  angekommen. Es regnete pausenlos in Strömen. Das Hostalzimmer, das wir ursprünglich gebucht hatten, hatte angeblich ein kaputtes Klo ... es würde stinken. Also mussten wir uns spontan ein neues Hostal suchen. Dabei hatten wir extra - aufgrund vergangener schlechter Erfahrung bzgl Hostalsuche an Karneval - eine Woche vorher gebucht. Wir haben letztendlich ein Hostal gefunden, in dem noch Betten in einem 6-Bett-Zimmer frei waren. Das Wasser in Toilette, Dusche und Waschbecken floß aufgrund des starken Regens nicht ab. In der Nacht ist Abflusswasser in unser Zimmer geflossen; unsere Rucksäcke sind nass geworden. Es stank extrem nach Toilettenwasser; wir sind aufgrund des Gestanks nachts dauernd aufgewacht. Wi-Fi-Passwort: best hostal in town

In ganz Montañita fiel der Strom aus, alles war überflutet und das Abwassersystem funktionierte nicht. Glücklicherweise kam nach der Regennacht schon gegen Mittag die Sonne raus. Laut Hostalpersonal gab es so einen Starkregen das letzte Mal vor 4 Jahren. 

 

2 Tage später sind wir die Pazifikküste entlang Richtung Norden nach Puerto Lopez gefahren, welche einen kleinen Hafen hat und deren Wirtschaft größtenteils auf Tourismus und Fischfang beruht.

Im Nationalpark "Machalilla" (mit tropischem Trockenwald) sind wir zu den bekanntesten Stränden spaziert, darunter zum Strand "Los Frailes". Da die Sonne hier nahezu im Zenit steht, haben wir trotz alverde-Sonnecreme (Faktor 30) einen leichten Sonnenbrand bekommen. Um den Nationalpark zu erreichen, fährt man mit einem TukTuk für 50ct zum Terminal von Puerto Lopez. Von dort aus nimmt man einen Bus Richtung "Los frailes".

 

Am darauffolgenden Tag ging es mit einem Boot zur Insel "Isla de la Plata" , die unter Naturschutz steht. Hier lebt eine Vielzahl an Tieren, die auch auf den Galapagosinseln zu finden sind. Dazu zählen Blaufußtölpel, eine Darwinfinkenart, Fregattvögel, Grüne Meeresschildkröten. Die Insel wird auch als "Galapagos für die Armen" bezeichnet. Sie ist jedoch nicht vulkanischen Ursprungs wie die Galapagosinseln sondern kontinentalen Ursprungs. Der Vogelkot  (Guano, der als Düngemittel v.a. in Peru abgebaut wird) leuchtet bei Mondschein und verleiht der Insel "Isla de la Plata"=Silberinsel ihren Namen. Die Tour beinhaltete ebenfalls eine Schnorcheltour, bei der wir die Unterwasserwelt vor der Isla de la Plata beobachten konnten.

 

 

 

Karneval im Regenwald - SachaYacu

27Feb2020

Am 15.02. haben wir "la Sierra" (das Gebirge) verlassen und sind nach Puyo (Hauptstadt der Provinz Pastaza), die im Amazonasregenwald "el Oriente" liegt. Vor 3 Jahren habe ich für 5 Monate in der Nähe von Puyo in Animal Rescue Centers geholfen.

Mittags haben wir einen ecuadorianischen Freund getroffen und sind den "Paseo turistico" - einen Spazierweg entlang des Río Puyo (Fluss) - gelaufen.
Am Abend ging es Cocktails, Bier und Puropuyo (Zuckerrohrschnaps) trinken. Verabredet hatten wir uns mit zwei meiner ecuadorianischen Freunde. Es kamen aber immer mehr dazu und am Ende waren ziemlich viele von meinen ecuadorianischen Bekannten dabei.

Ein paar Funfacts
- Die Cocktails hier enthalten deutlich mehr Alkohol als die in Deutschland
- Die Clubs öffnen bereits um 19 Uhr und schließen schon um 2 Uhr
- Im Taxi zu siebt mitfahren ist kein Problem
- Hinten auf dem Pickup mitzufahren ist normal

 


Die darauffolgende Woche haben wir in SachaYacu (kichwa "DschungelWasser") verbracht. SachaYacu ist eine Tierauffangstation, die Tiere, die das Ministerio del Ambiente aus illegalem Handel befreit, aufnimmt und versucht, diese wieder auszuwildern. Der Rescue Center befindet sich im Regenwald via Arajuno, eine Stunde (mit dem Bus) von der nächsten Stadt (Puyo) entfernt.
Nike und ich haben uns vor 3 Jahren in SachaYacu während unserer mehrwöchigen Zeit als Freiwillige kennengelernt. Mittlerweile steht das alte Volunteerhaus leer; aufgrund der Erdrutsche wurde ein neues Volunteerhaus auf einem Hügel errichtet, wovon man eine beeindruckende Aussicht über den Regenwald hat. Allgemein hat die Anzahl der Tiere, um die sich SachaYacu kümmert, stark abgenommen. Der Koordinator erzählte uns, dass einige Coatís (Nasenbären) und Kapuzineraffen ausgewildert werden konnten. Doch leider fielen auch ein paar Aras Raubkatzen (vermutlich Ozelots oder Margays) aus dem Regenwald, die sich nachts an den Center schlichen, zum Opfer.

 

Momentan kümmert sich SachaYacu um Kapuzineraffen, Schildkröten, Amazonen, Aras, Pecaris und einen Margay. Wir waren zwischen 10 und 18 Freiwillige. Wir bereiteten das Futter für die Tiere zu, säuberten Gehege, bauten neue Holztische für die Papageien. Der Weg zu den Pecaris ist mit der Zeit durch Erdrutsche immer schlechter geworden - so schaufelten wir nachmittags einen Weg in den lehmigen Boden und verlegten Steine.

Am Freitagabend veranstalteten die Einheimischen - Angehörige der indigenen Bevölkerungsgruppe der Kichwa - eine Karnevalsfeier, zu der alle Volunteere eingeladen waren. Die Feier fand in der Holzhütte der Familie Alvarez (die den Rescue Center leitet) statt. Zur Begrüßung wurde das Gesicht mit einer roten Farbe aus einer Frucht namens Achote beschmiert.
Die Leute bewarfen sich gegenseitig mit Babypuder oder sprühten Schaum auf andere. Viel Bier und eine Art Cuba libre (hier aus Cola und Puropuyo, einem Zuckerrohrschnaps) wurde herumgereicht. Es lief laute Kichwamusik, zu der immer wieder getanzt wurde.

Kolibris im Nebelwald - Mindo

15Feb2020

In der Nacht auf Samstag ist Nike, die ich vor 3 Jahre in der Tierauffangsstation SachaYacu kennen gelernt habe, angekommen. Wir werden gemeinsam 3 Wochen durch Ecuador reisen und u.a. für eine längere Zeit bei Sachayau helfen.

Gegen Mittag sind wir mit 2 Bussen für insgesamt 0,75 Dollar zu "Mitad del mundo", dem Mittelpunkt der Erde - also dem 0°S/0°N & 0°W/0°O - gefahren. Dort befindet sich ein Monument, das ca. 30 m hoch ist und von welchem man einen schönen Blick auf die Anden hat. Ein Museum informiert über die vier geographischen Regionen Ecuadors:  die Galapagosinseln, die Küste, das Andengebirge, das Amazonasgebiet.

 

Vom Mittelpunkt der Erde aus ging es mit einem Taxi weiter zum "Reserva Geobotánica Pululahua", einem Vulkankrater (Caldera). Leider war es ziemlich neblig und die Sicht sehr eingeschränkt. Dennoch sind wir den Vulkankrater hinabgestiegen. Die Vegetation nahm mit Abnahme der Höhenmeter zu; Nadelbäume, Epiphyten, Yucca, Bananen etc. Unten angekommen war die Sicht gar nicht so schlecht. Der Boden im Vulkankrater ist sehr fruchtbar, weshalb dort viel Landwirtschaft betrieben wird.

 

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg nach Mindo, einem kleinen Dorf mitten im Bergnebelwald der Anden im Nordwesten von Quito.
Wer Mindo besucht, sollte unbedingt die zahlreichen Kolibris aus nächster Nähe beobachten (dazu empfiehlt sich ein Besuch des Casa de descanso). Kolibris sind die kleinsten Vögel; im Schwirrflug schlagen die Flügel bis zu 90 Mal pro Sekunde.
Ecuador gehört zu den Megadiversitätsländern; d.h. Ecuadors Wälder beherbergen eine extrem hohe Anzahl an Arten.
So ist Mindo einer der Hotspots Ecuadors und für Biologen - v.a. Ornithologen und Botaniker - ein Paradies.
Mit einer Seilbahn ("Tarabita") schwebten wir über Mindos Nebelwald. Dieser bietet diverse Wasserfälle, welche eine Attraktion für die Touristen darstellen.

Rückkehr nach Ecuador - Sehenswürdigkeiten Quitos

07Feb2020

 

Nun ist es endlich wieder so weit - 3,5 Jahre später kehre ich nach Ecuador zurück. Diesmal begleitet mich meine Zwillingsschwester Eva auf der dreimonatigen Reise durch Ecuador und Peru.

Die ersten drei Tage verbringen wir in Ecuadors Haupstadt und Weltkulturerbe Quito, die auf 2800 m im Andengebirge liegt und 2,2 Millionen Einwohner hat. Wir übernachten im Hostal "Juana de Arco" im kolonialen Zentrum Quitos, in dem ich ebenfalls vor 3,5 Jahren während meines 2-wöchigen Spanischsprachkurses übernachtet habe; die Frau an der Rezeption hat mich sofort wieder erkannt.

Am ersten Tag ging es morgens zur römisch-katholischen Kirche "Basílica Sagrado Corazón de Jésus" (Basilika des Heiligsten Herzens Jesu) aus dem Jahre 1924, welche sich im historischen Zentrum Quitos befindet und die größte neugotische Basilika Amerikas darstellt. Diese ist von unserem Hostal zu Fuß zu erreichen. Bemerkenswert ist die durch den starken Straßenverkehr (mit weniger umweltfreundlichen Autos) verschmutzte Stadtluft, welche bei uns leichtes Nasenbluten verursachte.

 

Wer nach Quito reist, sollte auf jeden Fall das "Monumento de la Virgen" (Monument der Jungfrau) auf dem über 3000 m hohen Hügel namens "Panecillo" (Brötchen) besichtigen - die Aussicht über die hügelige, dicht bebaute Stadt, umgeben von bewaldetem Andengebirge, ist sehr beeindruckend. Der Weg durch die Stadt Richtung Gipfel wurde von mehreren Leuten als gefährlich bezeichnet, weshalb eine Taxifahrt empfehlenswert ist; der Taxifahrer verriegelte sogar während der Fahrt das Auto. Zurück ins Zentrum gelangt man mit einem Bus, für den man 25 Cent zahlt.

 

Auf dem Hügel wurde im späten 20. Jahrhundert die 45 m hohe Statur "Virgen den Panecillo" errichtet. Dieses wurde aus 7000 Stücken Aluminium gefertigt und stellt die auf eine Schlange tretende Madonna dar, welche auf einer Weltkugel steht und Quito beschützen soll.

 

Zu Abend gab es typisch ecuadorianische Speisen: Humita, Bolon de queso und Quimbolito.

Humita ist im Andengebirge - wie in Ecuador, Peru, Bolivien und Chile etc - weit verbreitet. Grundzutat dieser Speise ist eine Maispaste; verfeinert durch weitere Zutaten wie Zwiebeln und Ei, welche regional variieren. Die Maismasse wird in Maisblätter (häufig die des choclo, eine bestimmte Maissorte) eingewickelt und gekocht. Humitas könnten süß oder salzig zubereitet werden.
Bolón de verde ist eine deftige Kugel, die hauptsächlich aus Kochbananen besteht und mit Käse oder Chicharron (frittierte Schweinehaut) gefüllt wird.
Quimbolito ist eine Art Kuchen aus Maismehl mit Eiern und Butter, eingewickelt in Blätter neotropisch verbreiteter Blumenrohrgewächse.

Regen-Woche, Verabschiedung

18April2017

Seit dem 25.04.2017 bin ich wieder in Deutschland...hier verspätet der letzte Blog-Eintrag zu meiner Ecuador-Reise..

Die vorletze Woche in SachaYacu hat es jeden Tag geregnet. Deshalb gab es neben dem Tiere-Füttern kaum zusätzliche Arbeiten, stattdessen saßen wir in der Küche und haben Karten gespielt und Tee getrunken. Abends haben wir spanische Gerichte wie Empandadas, Tortilla und Bananenbrot gemacht und sogar 100% Kakao-Schokolade mit Kakaobohnen aus eigenem Anbau hergestellt. Unsere Wäsche ist aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit nicht getrocknet, so mussten wir die Wäsche nochmal waschen und auf Sonnenschein warten. Durch häufigen Starkregen kommt es zu Erdverschiebungen und großen Rissen in der Erde. Dadurch verschieben sich auch die Holzhütten...deshalb wird momentan ein neuer Center gebaut und auch die Familie Alvarez, Besitzer SachaYacus, muss ihre Wohnhäuser (Holzhütten) abreisen und neu aufbauen.

 

Am Wochenende besuchten wir noch einmal die "Comunidad", eine Kichwa-Dorfgemeinschaft. Die Kinder der Indigenen waren besonders neugierig ...Hellhäutige und grün- und blauäugige Leute sind nicht häufig zu Besuch. Es wurde wieder Fuß-und Volleyball gespielt. Gegen Anbruch der Dämmerung machten wir uns auf den Rückweg zurück zum SachaYacu Center. Leider begann ein heftiger Regenschauer und wir mussten verschlammte rutschige Hänge hochklettern, durch den Fluss mit angestiegenem Wasserspiegel waten, durch den dunklen Regenwald laufen. Wir waren völlig durchnässt...und sprangen samt Kleidung in den Pool/Teich :D



An meinem letzten Abend in SachaYacu haben wir nochmal eine Nachtwanderung in den Regenwald gemacht...diesmal sahen wir neben verschiedenen Fröschen auch kleine Schlangen. Nach der Dschungeltour feierten wir zu acht mit viel Puropuyo (günstiger Schnaps) und lustigen Gruppenspielen zu meinem Abschied bis 4 Uhr nachts. Am nächsten Morgen habe ich mit Lisa nochmal die Tiere besucht; nach dem Mittagessen machte ich mich dann auf den Weg zur Bushaltestelle... ein letztes Mal lief ich den Kiesweg durch den Regenwald entlang ..Lisa, Jarno und Wilfrido haben mich begleitet. Der Abschied vom Leben im Regenwald, den netten Leuten und Tieren ist mir sehr schwer gefallen. ..ich wäre gerne noch länger dort gebliebenen.



In Banos habe ich die Nacht verbracht und Souvenirs gekauft, donnerstags ging es dann nach Quito. Dort blieb ich eine weitere Nacht; am Freitag um 17:35 startete mein Direktflug nach Amsterdam..von dort aus ging es nach Stuttgart, wo ich am Samstag um 17:30 ankam.

Nachtwanderung, Pech-Wochenende

29März2017

Nach 2 Wochen Aufenthalt im Rescue Center SachaYacu reiste die 20-Leute-Gruppe ab. Von nun an waren wir nur noch 3 Volunteere, eine Deutsche namens Nike, ein 70-Jähriger aus den USA und ich ...später traf noch eine weitere Deutsche namens Lisa hinzu. Die Koordinatoren waren der Niederländer Jarno, sowie Wilfrido und Andrea der Alvarez-Familie - Gründer und Besitzer SachaYacus.

Abends unternahmen wir ab und zu Nachtwanderungen in den Regenwald. Dabei sahen wir viele verschiedene Amphibien wie Frösche, Insekten, Spinnen und ein paar Reptilien wie Schlangen. In Mitte des Regenwaldes knipsten wir unsere Stirnlampen aus und lauschten den Klängen des nächtlichen Regenwaldes..zirrpende Insekten,quakende Frösche, ab und zu rufende Vögel und Affen. Zwischen den Blättern der Baumkronen funkelten Sterne am dunklen Nachthimmel hindurch. In der Schwärze des Regenwaldes schwebten warmgelbe Lichtpunkte umher - leuchtende Insekten. Oft kamen wir erst spät in der Nacht wieder zurück zum Center.

Freitags nachmittags haben wir Freizeit (sowie Samstags nach der Fütterung und Sonntags).  Nike und ich beschlossen,  YanaCocha und Zoorefugio Tarqui in Puyo zu besichtigen. Also machten wir uns um 12:30 auf den Weg durch den Dschungel zur Straße,  wo wir auf den Bus warteten. Nach 30 Minuten warten war der Bus noch immer nicht da... also liefen wir Richtung El Triunfo. Plötzlich hielt ein kleiner PickUp neben uns an. Wir stiegen ein und wurden ein paar Kilometer weiter abgesetzt. Dort warteten wir weiter auf den Bus... auch um 14:00 kam kein Bus. Nach weiteren 40 Minuten warten in der prallen Hitze kam endlich ein Bus... nach insgesamt 2,5 Std Wartezeit. So erreichten wir gegen 16 Uhr Puyo und nahmen ein Taxi zum Terminal zum kostenlosen Internet. ... doch heute ging das Internet nicht. Also beschlossen wir, den Zoo zu besuchen. Wir nahmen schließlich den Bus Richtung Tarqui. Auf 3/4 Strecke kam der Bus in einen Stau... es ging nicht mehr voran... der Bus drehte um und fuhr zum Terminal zurück. Da es mittlerweile schon zu dämmern begonn, nahmen wir um 18:00 den Bus zurück zu Kilometer 35 via Arajuno... es folgte ein 45-minütiger Marsch auf Kiesweg durch die Dunkelheit zum Center.
So waren wir 7,5 Stunden unterwegs, um eine Packung Kekse zu kaufen.                        
Am darauffolgenden Tag machten wir uns nach der Fütterung der Tiere auf den Weg nach Puyo. Nike und ich besuchten den Zoo Tarqui... dabei entriss ein Totenkopfäffchen Nikes Zigarettenschachtel, kletterte auf einen Baum, nahm jede Zigarette einzeln heraus, zeriss sie und warf sie auf den Boden. Ein paar Zigaretten konnten gerettet werden. Auf dem Weg zur Bushaltestelle Tarquis traf ich einen ecuadorianischen Freund. Er beschloss spontan, mit uns nach Banos zu fahren und bis Sonntag zu bleiben. Gegen 17 Uhr kamen wir endlich in Banos an. Wir liefen zum Hostal, in dem ich bereits zwei mal übernachtet hatte... doch es waren alle Zimmer belegt. Wir fragten in zahlreichen anderen Hostals nach... alles war ausgebucht wegen Karneval. Zudem verloren wir den ecuadorianischen Freund in den vollen Straßen Banos... er war aufgrund meines leeren Handy-Akkus auch nicht zu erreichen. Nike und ich suchten alleine weiter nach einem Hostal, fanden jedoch nur ein Hotel für 100 $. Glücklicherweise bad uns die ältere Dame "meines" Hostals an, in einem Zimmer in ihrem Haus für 4 $ pro Person zu übernachten. Wir liefen also durch Baños zu "Omas" Wohnung. Doch sie konnte den Schlüssel nicht finden. So nahm die "Oma" einen Hammer und schlug das Schloss ein. Wir übernachteten zusammen in einem Doppelbett, die Toilette befindet sich außerhalb der Wohnung draußen im Hof... ebenso die Dusche mit kaltem Wasser... Internet gibt es natürlich nicht.
Doch wir waren glücklich, eine Unterkunft für die Nacht gefunden zu haben.

     

               

Sacha Yacu

05März2017

SachaYacu - "Centro de Rescate de fauna silvestre/ Wild Animal Rescue Center" befindet sich via Arajuno... mit einer 60-minütigen Busfahrt und einem 30-minütigen Spaziergang auf schmalen Pfaden mit steilen Abhängen zur Seite erreichbar.


Die von indigenen Einheimischen gegründete Tierauffangstation befindet sich mitten im Amazonasregenwald. Es gibt keinen Strom, d.h. nur kaltes Wasser, keinen Kühlschrank und somit eine ovo-vegetarische Ernährung, kein Licht. Nur ab und zu wird für 2 Stunden zum Laden unserer Smartphones ein Generator angemacht. Bei starkem Sonnenschein lade ich Handy und Foto mit meinem Solaraufladegerät.
SachaYacu kümmert sich um Affen, Coatis (Nasenbären), Vögel, Pecaris, Schildkröten und einen Margay (verwandt mit Ozelots).


Wir Volunteere bereiten morgens das Futter für die Tiere zu und putzen anschließend in Kleingruppen die Gehege und füttern die Tiere. Mittags kochen wir auf dem Gasherd Nudeln, Reis oder Kartoffeln mit viel Gemüse. Wenn nach dem Kochen und Essen noch Zeit bleibt, genießen wir den häufigen Sonnenschein am bzw im Pool oder in den Hängematten. Nachmittags ist die Arbeit sehr abwechslungsreich. Wir schlagen uns auf steilen Hängen durch Gestrüpp zu den Bananenpflanzen und ernten die Stauden mit Macheten - genauso Zuckerrohr. Die Papayas ernten wir durch Schütteln des hochgewachsenen dünnen Baumes oder mithilfe eines langen Stocks. Anschließend tragen wir die Ernte den steilen Kiesweg hinauf zum Feed Shed. Ernten wir sehr viel, holt der Coordinator ein Pferd, welches die Ernte transportiert. Weniger anstrengend ist das Fischen. Mit Angel und Wurm setzen wir uns an die Teiche und warten, bis ein Wurm anbeist... gar nicht so einfach!


Oft arbeiten wir an einem zukünftigen Affengehege: Mit Draht binden wir Zaun zusammen, schaufeln ein "Piscina" für die Affen in den lehmigen Boden, nageln, sägen, hämmern die Hütten und Leitern.
Nach der Arbeit folgt meist eine kalte Dusche, dann wird la cena (=das Abendessen) gekocht.


Die ersten zwei Wochen meines Aufenthaltes in SachaYacu war eine 20-köpfige Reisegruppe da. So haben wir an einem Nachmittag eine Dschungel-Tour unternommen. Wir liefen durch dichten grünen Regenwald an einem kleinen See vorbei, balancierten über umgekippte Baumstämme, kletterten rutschige Hänge hinauf und erreichten schließlich einen Fluss. Dort war das Ufer teilweise so schlammig,  dass so mancher bis zu den Knien im Schlamm versank und nur mithilfe der anderen heraus kam. Wir liefen den Fluss entlang bis zu einem Wasserfall. Dort kletterten wir den Fels hinauf und waren komplett durchnässt. Wieder zurück - an den Holzhütten - angekommen, sprangen wir in den Pool bzw. Teich. Es war eine abenteuerliche, spaßige, aber auch anstrengende Tour.


An einem Abend waren wir im nächstgelegenen Dorf El Triunfo - dort war eine Wahlveranstaltung. Die Kandidaten hielten Reden,  danach belustigten Clowns die Zuhörer, schließlich gab es Musik und Tanz. Auf der Ladefläche eines PickUps fuhren wir später wieder durch die dunkle Nacht auf holprigem Schotterweg zurück in den Regenwald zum Center.

Yana Cocha

19Feb2017

Für mich vergeht die Zeit viel zu schnell! Jetzt sind schon die 6 Wochen in meinem zweiten Projekt - YanaCocha - vorbei. Dieses Projekt kümmert sich ebenfalls um Wildtiere, die nicht in Freiheit überleben könnten. Zusätzlich besitzt YanaCocha eine große Fläche Regenwald; dort können Tiere ausgewildert werden.
Die Arbeit der Volunteere besteht aus Futterzubereitung, Gehegeputzen, Gehege ausbessern & neu einrichten.
In YanaCocha gibt es deutlich mehr Volunteere als im Zoorefugio... jedoch variiert es je nach Jahreszeit. So waren wir an Silvester nur zu zweit, einige Tage später waren wir 10 Volunteere aus Deutschland, England, Norwegen, Schweden und den USA.

31.12.16, Silvester: Zusammen mit den Leuten von YanaCocha und einem anderen Volunteer bin ich abends nach Puyo. Wir sind durch die teilweise überfüllten Straßen gelaufen... ecuadorianische Musik in den Ohren, zu sehen gab es Tanzvorführungen und aus Pappe gebastelte Puppen, die bekannte Personen darstellten. Um 00:00 wurden die Puppen verbrannt, kleine Feuerwerke starteten und wir wünschten uns gegenseitig ein "Feliz año". Anschließend feierten wir alle in einer Disko mit lauter Musik und Bier. Abends gehen wir öfters nach Puyo, um unsere Wäsche in der Lavanderia zu waschen oder im supermercado Snaks zu kaufen.


06.01.17: Ich war zum ersten Mal nach 8 Jahren wieder krank; ich hatte Fieber und die Tage danach war ich erkältet. Am Wochenende habe ich noch einmal Baños besichtigt. Wir waren in einem Schwimmbad mit Whirlpool, Dampfbad, umgeben von vulkanischer Landschaft. Beim casa de arbol konnten wir uns mit einer Schaukel in die Wolken Baños schwingen. Wir haben einen Ausflug in YanaCochas Bioreservat namens Tamandu gemacht. Der Besitzer YanaCochas kauft jährlich eine Fläche Regenwald hinzu, um Tamandu zu vergrößern. In Tamandua werden Tiere ausgewildert, unter anderem Kaimane, Schlangen und Faultiere. Ein Arbeiter YanaCochas fand einen Kaiman-Leichnam im See. Zusammen mit allen Volunteeren hat der Tierarzt eine Obduktion durchgeführt, um die Todesursache festzustellen... der Kaiman hatte einige Steine im Magen und drei gebrochene Rippen.

Freitag, 03.02.17, war mein letzter Arbeitstag in YanaCocha. Abends habe ich mich mit 2 weiteren Volunteeren aus Deutschland auf den Weg Richtung Küste gemacht. Nach einer 8-stundigen Fahrt mit dem Nachtbus kamen wir in Ecuadors zweitgrößter Stadt, der Hafenstadt Guayaquil, an. Von dort aus haben wir zwei weitere Busse mit einer Fahrtzeit von 3 Stunden nach Salinas, einer kleinen Stadt an Ecuadors Pazifikküste, genommen, wo wir das Wochenende verbringen wollten. Angekommen in Salinas ging es mir leider schlecht; ich hatte Fieber und so musste ich den gesamten Samstag leider im Hostal verbringen anstatt am Sandstrand. Sonntags ging es mir besser und ich bin im Meer geschwommen. Abends habe ich den Nachtbus zurück nach Puyo genommen und um fünf Uhr Morgens ein Taxi nach YanaCocha, um mein Gepäck abzuholen. Am Vormittag bin ich im neuen und letzen Projekt, SachaYacu, angekommen.

Weihnachtsfeier

02Jan2017

Die vorletzte Woche im Zoo waren 3 Griechen (mitte 30) da. Neben den Futter-und Putzarbeiten haben wir einige Pfosten, die die Wege markieren, bemalt - mit dem Muster eines Jaguar-Fells. In der clinica veterinaria mussten wir einen mono chichico, der von einem Auto angefahren wurde, versorgen. Außerdem wurde ein Baby mono chichico gebracht, der angeblich auf der Straße gefunden wurde. Doch vermutlich wurde dieser als Haustier gehalten - er war sehr auf Menschen bezogen; der kleine Affe klammerte sich an meinen Arm und blieb dort fast durchgehend. So habe ich mit dem kleinen chichico auf dem Arm gegessen (er hat mir was von meinem Essen geklaut :D), gearbeitet und nachts schlief er auf meinem Arm.

Wir Volunteere und ein Tierpfleger sind zweimal abends nach Puyo ... um Pizza zu essen und Cocktail zu trinken.
Die letzte Woche war ich die einzige Volunteerin im Zoo.... so war ich auch die einzige Ausländerin am Abend des 23.12, an dem die Weihnachtsfeier stattfand. Teilgenommen haben die Arbeiter des Zoos und Restaurants Zoorefugios. Es gab ein Abendessen, wir spielten "amigos secretos" (wie Wichteln) und es wurde bis in die Nacht gefeiert mit Bier und ecuadorianischem Tanz.


Am 24.12 war ich auf der Weihnachtsfeier einer Kichwa-Gemeinschaft, zu der mich ein Kichwa-Freund eingeladen hat. Es wurde die Weihnachtsgeschichte erzählt,  einige Kinder haben getanzt oder gesungen. Später gab es viel Chicha (Kichwa-Bier) und die Indigenen tanzten zu Kichwa-Musik.