Sacha Yacu

05März2017

SachaYacu - "Centro de Rescate de fauna silvestre/ Wild Animal Rescue Center" befindet sich via Arajuno... mit einer 60-minütigen Busfahrt und einem 30-minütigen Spaziergang auf schmalen Pfaden mit steilen Abhängen zur Seite erreichbar.


Die von indigenen Einheimischen gegründete Tierauffangstation befindet sich mitten im Amazonasregenwald. Es gibt keinen Strom, d.h. nur kaltes Wasser, keinen Kühlschrank und somit eine ovo-vegetarische Ernährung, kein Licht. Nur ab und zu wird für 2 Stunden zum Laden unserer Smartphones ein Generator angemacht. Bei starkem Sonnenschein lade ich Handy und Foto mit meinem Solaraufladegerät.
SachaYacu kümmert sich um Affen, Coatis (Nasenbären), Vögel, Pecaris, Schildkröten und einen Margay (verwandt mit Ozelots).


Wir Volunteere bereiten morgens das Futter für die Tiere zu und putzen anschließend in Kleingruppen die Gehege und füttern die Tiere. Mittags kochen wir auf dem Gasherd Nudeln, Reis oder Kartoffeln mit viel Gemüse. Wenn nach dem Kochen und Essen noch Zeit bleibt, genießen wir den häufigen Sonnenschein am bzw im Pool oder in den Hängematten. Nachmittags ist die Arbeit sehr abwechslungsreich. Wir schlagen uns auf steilen Hängen durch Gestrüpp zu den Bananenpflanzen und ernten die Stauden mit Macheten - genauso Zuckerrohr. Die Papayas ernten wir durch Schütteln des hochgewachsenen dünnen Baumes oder mithilfe eines langen Stocks. Anschließend tragen wir die Ernte den steilen Kiesweg hinauf zum Feed Shed. Ernten wir sehr viel, holt der Coordinator ein Pferd, welches die Ernte transportiert. Weniger anstrengend ist das Fischen. Mit Angel und Wurm setzen wir uns an die Teiche und warten, bis ein Wurm anbeist... gar nicht so einfach!


Oft arbeiten wir an einem zukünftigen Affengehege: Mit Draht binden wir Zaun zusammen, schaufeln ein "Piscina" für die Affen in den lehmigen Boden, nageln, sägen, hämmern die Hütten und Leitern.
Nach der Arbeit folgt meist eine kalte Dusche, dann wird la cena (=das Abendessen) gekocht.


Die ersten zwei Wochen meines Aufenthaltes in SachaYacu war eine 20-köpfige Reisegruppe da. So haben wir an einem Nachmittag eine Dschungel-Tour unternommen. Wir liefen durch dichten grünen Regenwald an einem kleinen See vorbei, balancierten über umgekippte Baumstämme, kletterten rutschige Hänge hinauf und erreichten schließlich einen Fluss. Dort war das Ufer teilweise so schlammig,  dass so mancher bis zu den Knien im Schlamm versank und nur mithilfe der anderen heraus kam. Wir liefen den Fluss entlang bis zu einem Wasserfall. Dort kletterten wir den Fels hinauf und waren komplett durchnässt. Wieder zurück - an den Holzhütten - angekommen, sprangen wir in den Pool bzw. Teich. Es war eine abenteuerliche, spaßige, aber auch anstrengende Tour.


An einem Abend waren wir im nächstgelegenen Dorf El Triunfo - dort war eine Wahlveranstaltung. Die Kandidaten hielten Reden,  danach belustigten Clowns die Zuhörer, schließlich gab es Musik und Tanz. Auf der Ladefläche eines PickUps fuhren wir später wieder durch die dunkle Nacht auf holprigem Schotterweg zurück in den Regenwald zum Center.